David Livingstone - Forschungsreisender


Auszüge aus dem Brockhaus Konversations- Lexikon 11. Band Seite 234 bis 235
Verleger: F. A. Brockhaus in Leipzig 1894
(wir bitten Übertragungsfehler zu entschuldigen,  bitte teilen Sie uns diese Fehler mit, damit wir eine Korrektur vornehmen können. Danke)

Livingstone, David, Forschungsreisender
geb. 19. März 1813 zu Blantyre bei Glasgow als Sohn eines Krämers, kam in seinem 10. Jahr in eine Fabrik, lernte Latein, wurde Baumwollspinner, studierte in den Wintermonaten zu Glasgow Griechisch, Medizin und Theologie und entschloß sich Missionar zu werden, um dadurch die Gelegenheit zur Bereisung fremder Weltteile zu erlangen. Er wurde von der Londoner Missionsgesellschaft aufgenommen und ging, als der zum Arzt promoviert war, im Auftrag derselben 8. Dez. 1840 nach Südafrika, wo er 31. Juli 1841 in Kuruman der Genosse seines Landsmanns Robert Moffat wurde, dessen Tochter er nachher heiratete. Livingstone setzte sich von Anfang an als den Zweck seiner Missionstätigkeit nicht möglichst viele Bekehrungsversuche, sondern vor allem die noch unerforschten Länder und die Sinnesart ihrer Bevölkerung eingehend zustudieren. Von Kuruman zog er 1846 nach Kolobeng und gründete hier 1847 die ersten Stationen. Am 1. Juni 1849 unternahm er in Begleitung Oswells und Murrays seinen ersten größeren Ausflug ins Innere, auf dem er den großen See Ngami (1. Aug.) und den Sugafluß erreichte. Beim Vordringen nach Norden kam er 1851 zu Getschcke am Liambai, dem obern Sambesi, und fasste hier den Entschluss zu seiner ersten epochemachenden Reise nach der Küste von Angola. Nachdem er seine 'Familie in der Kapstadt nach Europa eingeschifft hatte, brach er 8. Juni 1852 auf, verfolgte den Sambesi bis zu seinen Quellen, überschritt die Wasserscheide dieses und des Kassai und kam über Kassanche 31. Mai 1854 nach Loanda. vom 20. Sept. 1854 bis 12. Mai 1856 durchkreuzte Livingstone den ganzen Kontinent von Loanda bis Quelimane an der Ostküste und entdeckte bei dieser Reise im Nov. 1855 die Victoriafälle des Sambesi. Nach England zurückgekehrt, schrieb er <<Missionary travels and researches in South Afria>> (London 1857; deutsch von Lotze, 2. Bde. , Lpz. 1858) und erhielt von der Regierung den Auftrag, die von ihm erforschten Regionen von neuem zu besuchen. Mit seinem Bruder Charles Livingstone fuhr er auf einem kleinen Dampfer den Sambesi hinauf in den Schire hinein, entdeckte 18. April 1859 den Schirwasee und bei einem erneuten Vorstoß 16. Sept. den Njassasee. 1860 - 1864 machte er Exkursionen den Sambesi aufwärts bis zur Mündung des Kufue, nach dem Rovuma und in die Landschaften südlich und westlich (bis zum Loangwa) vom Njassasee. Livingstone kehrte 1864 nach England zurück, wo er die <<Narrative of an expedition to the Zambesi>> (London 1865; deutsch Jena 1866) herausgab. 

Im März 1865 zum brit. Konsul für das innere Afrika ernannt, landete er Jan. 1866 in Sansibar. Er folgte dem Rovuma, drang bis zum Südende des Njassa, den er 13. Sept. 1866 erreichte, über schritt 28. Jan. 1867 den Tschambesi, kam im April an das Südende des tanganikasees, erreichte 8. Nov. den Luapula und den Moerosee und kam 28. Nov. in Kasembes Stadt an, von der er 22. Dez. wieder aufbrach, um nach Norden bis Ujiji vorzudringen. Doch wurde er durch die Regenzeit zur Umkehr gezwungen. und traf 5. Mai 1868 wieder in Kasembes Stadt ein. Nun wandte er sich nach Süden, entdeckte 18. Juli 1868 den Bangweolosee, erreichte 14. Febr. 1869 den Tanganika, der er befuhr, bis er 13. März Ujiji errecichte. Die nächsten Jahre durchzog er das Manjemaland im Nordwesten des Sees und entdeckte bei Njangwe einen mächtigen Strom, den Lualaba, dessen Oberlauf er früher in dem Luapula gefunden hatte und dessen weitern Verlauf in das völlig unbekannte Innere zu erfolschen sein heißestes Verlangen war. Allein seine Gesundheit hatte sehr gelitten, seine Vorräte gingen zu Ende, er mußte nach Osten umkehren. Völlig erschöpft traf er 23. Oktober 1871 wieder in Ujiji ein. Aber ein gütiges Schicksal fügte es, dass schon wenige Tagen nacher (28. Okt.) der von J.G,.Bennett zur Aufsuchung des seit 1869 verschollenen Reisenden ausgesendete Amerikaner Stanley dort anlangte. Livingstone kam dadurch in den Besitz alles dessen, was ihm fehlte, und konnte 20. Nov. Stanley auf einer Entdeckungsreise nach dem Nordende des Tanganikasees begleiten. Beide Reisende kehrten  hierauf nach Ujiji zurück, und Livingstone begleitete 26. Dez. Stanley von dort auf seinem Rückwege an dei Küste bis Unjanjembe, wo beide 18. Feb. 1872 eintrafen. Am 14. März zog Stanley weiter, während Livingstone in Unjanjembe blieb, um Leute und Vorräte zu erwarten, welche Stanley nach seiner Ankunft in Sansibar abschicken wollte. Nachdem sie 14. Aug. 1872 in Unjanjembe eingetroffen waren, trat Livingstone 25. Aug. eine neue Reise nach dem Bangweolosee an. Er ging längs des südöstlichen Ufers des Tanganika und um dessen Südende in das Land des Kasembe, wo er den Ufern des Sees an der Nord-, Ost- und Südseite folgte. dort erlag er der Dysenterie 1. Mai 1873 im Dorfe Tschitamba. Seine treuen Diener trugen die Leiche nach der Ostküste; von dort wurde sie nach England geführt und 18. April 1874 in der Westminsterabtei beigesetzt. 

Livingstonegebirge, 
gewaltiger Gebirgsstock in Deutsch - Ostafrika, im NO. des Njassasees, drei parallele Ketten, deren westliche steil in den Njassasee abfällt. Am höchsten ist die mittlere (Dumwe 3000 m). Das Livingsonegebirge besteht aus Gneis und Schiefer, ist also nicht vulkanisch. Die Flora ist der europäischen auffallend ähnlich, die Tierwelt (Affen sowie Feld- und Perlhühner) nur spärlich. Am Njassasee schließt sich das Beja - Massive (3600m) an. 

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